Der Tod und das Erinnern

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Leben und Tod

Impulsiv und unrealistisch betrachtet, wäre ich ein Kandidat für Deals mit dem Teufel. Das Nicht-wahrhaben-Wollen und einen geliebten Menschen zurückbringen. Koste es, was es wolle!

Nun weiß ich, dass sowas, würde es gehen, nicht gut endet. Versuchen würde ich es dennoch. Diese verflixte besitzergreifende emotionale Kurzsichtigkeit!

Weitsichtig betrachtet, will ich mich der Menschen, die mir etwas bedeuten, mit Frohsinn erinnern.

Frohsinn! Dieses altmodische Wort floss mir gerade aus der Feder. Ich glaube nicht, dass ich es jemals benutzt habe.

Frohsinn. Ja, darum geht’s:

frohsinn

Schmarrn lebt weiter.

Im Unsinn wie im Frohsinn steckt Sinn.

Schmarrn macht keinen Sinn. So, wie einem der Tod manchmal sinnlos erscheint. Schmarrn zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht, man kann sich oft gar nicht dagegen wehren. Ehe man sich versieht, katapultiert er einen zurück in fröhliche, absurde, alberne Situationen. Man erinnert Schrullen, Kalauer, Insiderscherze, Versprecher, Missgeschicke, Streiche. An gemeinsame Lachattacken und Neckereien. An ein Blitzen in den Augen oder den Schalk, den manche permanent im Nacken sitzen hatten.

Man hört das Lachen, erlebt den anderen mit seiner komischen Seite – ganz nah. Als ob es gestern war. Oder gerade eben.

Und auch wenns schmerzhaft ist, wenn der Verlust gleichzeitig präsenter wird, macht der Frohsinn etwas mit einem. Die Erinnerung sprudelt hoch, ein lachender Gedanke meldet sich und breitet sich in einem aus. Ich bin ganz sicher, dass geliebte Menschen sich diese Art von Erinnerung wünschen. Dass es uns gut geht. Dass wir uns gerne und fröhlich erinnern. Dass uns hin und wieder ein Lachen auskommt, auch wenn ein paar Tränen mitfließen.

Mit Frohsinn erinnern und erinnert werden. So will ich das.

 

Das mit mein Beitrag zur November-Blogaktion „Ich hab mit den Toten getanzt“ vom Totenhemd-Blog.

 

Veröffentlicht von

Ich bin x-fache Buchautorin, Schmarrnproduzentin und Schreibcoach für EinzelunternehmerInnen: Texte für dein Business. Ich coache. Du schreibst. Alles rund ums Schreiben findest du auf schreibnudel.de (dafür gibts einen Extra-Newsletter).

5 Kommentare

  1. Pingback: 25.11. Gitte Härter: Der Tod und das Erinnern | Totenhemd-Blog

  2. Hallo liebe Gitte,

    hab dir ja schon geschrieben, dass ich Dein Bild zum Piepen finde … vor allem auch die bunten Noten … aber der Herr Tod ist besonders gelungen.

    Schön, dass Du wieder mitgemacht hast, mitgeschrieben hast … und der Schmarrn fehlte eindeutig in unserer Sammlung im Totenhemd-Blog.

    Bye. bis bald mal wieder.
    Herzlich
    Petra

    • Gitte Härter

      Herzlichen Dank, Petra. Schön, dass ich wieder mit dabei sein durfte. Der Tod beschäftigt mich ja schon irgendwie, auch wenn ich nie so bewusst drüber nachdenke … außer immer bei Euren Totenhemd-Blogaktionen. 😉

      Herzliche Grüße
      Gitte

  3. Hallo Gitte, ich war gerade in Mexiko, und da wird an Allerheiligen ja bunt und wild und als Skelett verkleidet gefeiert! Man sagt nämlich, die Seelen der Verstorbenen seien an diesem Tag zu Besuch, und das muss natürlich gefeiert werden. Eine sehr schöne Vorstellung. Dein Skelett hat mich daran erinnert, weil es dort zum Fest auch so viel bunte niedliche Skelette und Totenköpfe in allen Variationen zu kaufen gibt.

    • Gitte Härter

      … ja, das ist sicher ein Ereignis in Mexiko!

      Und die ganzen Totenköpfe und Accessoires finde ich auch immer großartig. Da würde ich alles leerkaufen. 😉

      Ich hoffe, du hast auch Lollis mit Brathähnchen-Look und -Geschmack probiert!

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