Zombie-Apokalypse

Kommentare 2
Fakten


Vor lauter Walking Dead checke ich gerade innerlich ab, wie ich mich wohl unter diesen Bedingungen anstellen würde.

Gemischte Bilanz! Sehr gemischt.

Plündern

Mit Horden hysterischer Leute einen Supermarkt ausräubern, kann ich nicht. Das wäre mir zu gedrängelt und zu rabiat. Plus: Man klaut nicht! Auch in einer Zombie-Apokalypse wäre ich versucht, Geld an der Kasse zu hinterlassen.

Ich könnte auch niemandem den Ellbogen reinrammen, um mir ein paar Flaschen Wasser zu sichern.

Verlassene Läden, Autos oder Leichen zu plündern, das geht.

Ekel-Resistenz

Ich finde ziemlich viele Sachen ziemlich eklig, gleichzeitig bin erstaunlich anpassungsfähig. Wenn also was nicht anders geht, kann ich mich gut anpassen – auch wenn es etwas ist, das ich normalerweise nie nie nie nie tun würde.

Wie im Wald aufs Klo gehen.

Mich unter einem Haufen Leichen zu verstecken.

Oder mir Gedärme von der Hose wischen.

Leise sein

Die ersten Male „Darm an Hose“ wird geräuschvoll von iiiiih, bäääh, uäch begleitet sein, was mich eventuell umbringt. Außerdem hoffe ich, dass mir inmitten von Zombies das Lachen nicht vergeht. Denn im Grunde meines Herzens bin ich ein positiver Mensch, und mit den Scherben des halbvollen Glases kann ich mich dann ja auch erfolgreich wehren.

Ansonsten bin ich zuversichtlich, dass ich erfolgreich den Mund halten kann.

Schleichen hab ich schon früh intensiv mit dem „Handbuch für Geheimagenten“ aus dem YPS geübt! Zum Beispiel: Im Wohnungsflur an einer Schnur lange Streifen von Alufolie aufgehängt und drunter durchgerobbt. Am Ende saß mein Bruder oder ich mit verbundenen Augen und wehe, einer hat was gehört!

Wenns brisant wird, rutscht mir allerdings immer wieder ein „Scheiße, Scheiße, Scheiße!“ raus – wie ich das von meiner Mama gelernt habe. Aber ich bin sicher, dass sich das im Angesicht der ganzen Zombies zu einem Fuck verändern kann. Synchron zum dumpfen Ton eines zerdätschten Gehirns.

wildnisfähig

Schwierig!

Es ist nicht nur das wildbieseln, das mir das verleidet. Das ganze Konzept „Camping“ ist praktisch überhaupt gar nichts. Über Glamping können wir eventuell reden, aber wir sind ja in einer Zombie-Apokalypse.

Die Zombies sind ja gar nicht mal Problem Nummer 1. Wer öfter im Wald ist, kennt das Gefühl, wenn man durch ein riesiges Spinnennetz geht! Wäääääääääääääääh!

  • Durch Brennesseln flüchten? Ist das euer Ernst?
  • Auf diesem unebenen, harten Boden soll ich schlafen? Aua, blöde Wurzel!

Zelt, auf und unter Bäumen, in verlassenen Häusern, Autos oder was es sonst noch so gibt: Hier bin ich nur bedingt geeignet. Ohne Wände bekomme ich kein Auge zu.

Natürlich: Ständiger Überlebenskampf macht müde. Andererseits kann man auch nicht wirklich erholsam tiefschlafen, wenn man befürchten muss, dass gleich jemand an seinem Wadl herumfieselt.

Wie gesagt: Schwierig!

Ernährung

Erst wollte ich sagen: Da bin ich genügsam, wenns sein muss. Aber wir sind hier ja in einer Extremsituation, wo es gar nicht geht, mit wenig auszukommen oder sich auf ein bestimmtes Lebensmittel zu begrenzen.

Tatsache ist: Das gibt ein Problem – zumal ich beim Supermarktplündern versagt habe.

Der Körper passt sich an, wenn er wenig und einseitiges Zeug bekommt. Dennoch muss man ja essen, was man kriegen kann, und da hat meine Anpassungsfähigkeit ein Ende. Denn Ratzn oder Eichkatzal fress ich dir nicht!

Wasser zu rationieren hingegen ist vorteilhaft, weil ich sonst ständig aufs Klo muss. Was mitten beim Davonlaufen oder Ums-Überleben-Kämpfen eher ungünstig ist. Ich muss bieseln!

Arbeiten

Fleißig bin ich. Aushalten tu ich auch was. Für meine Verhältnisse bin ich relativ kräftig. Aber wenn meine Überlebenstruppe schlau ist, lässt sie mich nichts Handwerkliches ausführen:

Keine Schutzwälle. Bloß nicht kochen. Und um Gottes Willen keinerlei Reparaturen!

Da kann ich mein Bestes geben, so viel ich will: Das wird nix.

Dafür bin ich ein guter Handlanger. Ich sammle Holz, schleppe Vorräte hin und her, und wenn mir jemand zeigt, wies geht, reinige ich Waffen. Ein Lagerfeuer krieg ich vermutlich ebenfalls hin, zumindest wenn noch geplünderte Zündhölzer da sind.

Kampf

Hier habe ich hervorragende Voraussetzungen. Alleine diese Schmatz-, Stöhn- und Schlurfgeräusche, die Zombies dauernd von sich geben, kratzen derart an meinen Nerven, dass ich richtig aggressiv werde.

Schusswaffengeeignet bin ich eher nicht, weil ich es mit dem Zielen nicht so habe, aber ich bin sowieso eher ein Messer- und Axt-Typ. Als Kind hatten wir einen Holzofen. Rückblickend sollte ich ein ernstes Wörtchen mit meinen Eltern reden, dass ich mit elf schon Holz hacken durfte. So richtig mit Axt und aufgespießten Holzklötzen über den Kopf heben. Hhhhh!

Schon bei DIABLO, einem Computerspiel, das ich früher geliebt habe, bin ich ohne zu zögern in monsterbesetzte Katakomben gelaufen und hab wild um mich gehackt.

Zombies Zeug reinhauen und -stechen geht, da bin ich sicher.

*spritz* *rausquell*
Mist! Gedärme an der Hose.

Ausdauer

Ich bin verhältnismäßig fit und werde durchs Poledancen gerade immer stärker und flexibler. Außerdem gewöhne ich mich langsam an den Schmerz: blaue Flecken, Schürfungen etc. Poledancen für die Zombie-Apokalypse!

Gebündelt mit Adrenalin und Schiss dürfte ich ziemlich gute Kondition haben.

Rennen = mittelgut, geht aber.

Klettern = Übungssache, lern ich schnell. Zumindest rauf, runterkommen ist ein anderes Paar Stiefel.

 „Spring, Gitte, spring ins weiche Moos!“ – „Aber die Viecher!!!“

Teamfähigkeit

Normalerweise bin ich ein umgänglicher Mensch. Aber bei so Zombie-Apokalypsen ist es ja noch schlimmer als im Büro: Da hast du mit Möchtegernbestimmern zu tun, mit Jammerern, mit Ausflippereien und Streit – und alle Nase lang wird jemand aufgefressen.

Außerdem: Stell dir vor, du hast endlich nach einem anstrengenden Tag von Weglaufen und Gehirnzertrümmern einen Schlafplatz gefunden, und der neben dir schnarcht wie ein Holzfäller?

Insofern: Teamfähigkeit – Ja, aber … Sagen wir mal, ich bin der einsame Wolf, der eher ein wenig außen vor bleibt, aber da ist, wenn man ihn braucht.

Entscheidungen treffen

Kann ich. Vielleicht ad-hoc die falschen, aber hey, hier geht’s um Leben oderTod und shit kann happen, gerade bei Entscheidungen unter Druck.

Realität akzeptieren

Die Dinge sind, wie sie sind. Auch wenn man es gerne anders hätte, man muss immer mit der aktuellen Situation umgehen.

Wenn dein bester Freund ein Zombie wird, muss getan werden, was getan werden muss.

Wenn ein Plünderer mir den Ellenbogen reinrammt, trete ich ihm gegens Schienbein. Plündern kann ich nicht, aber alles mit mir machen lasse ich auch nicht!

Und wenn ich selbst zum Zombie werde, fresse ich den schnarchenden Holzfäller auf.

 

 

Veröffentlicht von

Ich bin x-fache Buchautorin, Schmarrnproduzentin und Schreibcoach für EinzelunternehmerInnen: Texte für dein Business. Ich coache. Du schreibst. Alles rund ums Schreiben findest du auf schreibnudel.de (dafür gibts einen Extra-Newsletter).

2 Kommentare

  1. So ein gelungener Schmarrn, den du da wieder produzierst hast, Gitte.

    Schön fies! Klasse. – Ich plünder mal den Supermarkt …

Schreibe einen Kommentar