Hula Hoop

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Fakten

Was ich überhaupt nicht wusste – und der Grund, warum als Kind der Scheißreifen nie oben blieb:

Man kreist beim Hula Hoop nicht mit den Hüften, sondern man bewegt entweder vor und zurück. Oder nach rechts und links. Der Reifen hat beim „Waisthooping“ immer nur zwei Kontaktpunkte.

Auch war mir völlig unbekannt, dass für Anfänger ein Reifen möglichst groß sein soll: Wenn man ihn vor sich auf den Boden stellt, bis zum Nabel oder sogar hoch bis zur Brust. Größere Reifen schwingen langsamer um den Körper.

Was ich in den paar Wochen, seit ich damit angefangen habe, gelernt habe: Man darf nicht versuchen, den Reifen zu kontrollieren. Idealerweise wird man „eins“: Er folgt dem Körper, der Körper folgt dem Reifen. Das Gefühl dafür entwickelt sich.

Als Kind konnte ich das überhaupt nicht!

Ich erinnere mich an hektisches Rumgewackel und ständiges Bücken. Als Kind hatte ich keinen eigenen Reifen, aber in der Schule mussten wir das hin und wieder machen. Im Sportunterricht muss man ja alles mal durchnudeln. Wäh!

Kürzlich bin ich wieder mal auf Hula Hoop gestoßen. Auf einer Poledance-Seite gabs ein paar Lektionen dazu. Hat mir gleich eingeleuchtet, dass das eine gute Ergänzung ist: einzelne Körperteile isolierter – und kontrolliert – bewegen, rechte und linke Seite fordern. Tanzen!

Also ein paar Tutorials angeschaut und gestaunt: Hula Hoop kannte ich von früher nur als Am-Körper-kreisen. Dabei gabs vor einiger Zeit eine Renaissance zum „Hoopdance“.


Also Anfängerreifen gekauft – die sind ein wenig dicker und schwerer vom Material her – und ausprobiert. Zu meiner großen Überraschung, konnte ich praktisch sofort nach links um die Hüfte. Durch das Vor-Zurück oder seitlich blieb der Reifen auf Anhieb oben!

Richtungswechsel. Geht gar nicht. Der Reifen fällt sofort runter. Beim Hooping gibt’s immer eine starke Seite. Die Richtung, in der man sich wohl fühlt, wo man mehr Kontrolle hat. Die andere Richtung heißt „second current“, das ist die ungewohntere, wo man sich mehr anstellt. Wie das halt immer so ist: die andere Seite muss man gezielter trainieren.

Das Tolle beim Hula Hoop ist, dass Hirn + Körper wahnsinnig schnell lernen. Schon am nächsten Tag ging auf Anhieb die andere Richtung, zumindest für ein paar Umdrehungen, und wenige Stunden später fast kontinuierlich.

Auch das Retten, wenn der Reifen sich zu sehr senkt oder zu langsam wird, hat der Körper im Nullkommanix raus.

Es gibt ON BODY- und OFF BODY-Hooping: Mal kreist der Reifen (wie früher) direkt am – oder besser um – den Körper. Mal ist er außerhalb des Körpers. Zum Beispiel im Lasso:

Mit meinem schweren Anfängerreifen konnte ich das Handhooping nicht üben, das war viel zu schmerzhaft. Also musste dafür erstmal ein dünnerer, kleinerer Reifen her.

Ich hab schnell gemerkt, dass man zum Trainieren mehrere Reifen braucht. Man baut sich übrigens die Reifen mit Wasserleitungen aus dem Baumarkt! Tutorials gibt’s genug, aber da ich basteltechnisch keine Geduld habe und meistens nichts recht blicke, hab ich mich da handwerklich anleiten lassen. 😉 Zu zweit haben wir drei Reifen gebaut:

Weil man die Reifen am besten liegend lagert, siehts bei mir im Wohnzimmer aus wie im Zirkus.

Es macht voll Spaß, tut manchmal erstaunlich weh [mei, der Körper muss sich an alles erst gewöhnen]. Aber man wird schnell besser!

Nachdem ich die letzten Wochen ausgiebig das Handhooping geübt habe, das anfangs gar nicht ging, bin ich jetzt schon soweit, dass ich den Reifen drehenderweise senkrecht einige Meter nach oben werfen und wieder auffangen kann – während er nonstop weiterdreht. Das Verrückte: Auf der rechten Seite hat es beim ersten Mal auf Anhieb bei sieben von zehn Versuchen funktioniert. Links klappts noch nicht so gut, aber selbst das geht schon passabel.

Da muss ich mich tatsächlich auf meine alten Tage wieder aus ein paar Schubladen rauslassen.

 

Veröffentlicht von

Ich bin x-fache Buchautorin, Schmarrnproduzentin und Schreibcoach für EinzelunternehmerInnen: Texte für dein Business. Ich coache. Du schreibst. Alles rund ums Schreiben findest du auf schreibnudel.de (dafür gibts einen Extra-Newsletter).

4 Kommentare

  1. Bin schwer beeindruckt, nicht nur vom Video (wow!) sondern auch davon, dass das so schnell geht, wenn man dranbleibt. Ich wusste auch nicht, dass man mit mehreren Reifen übt.

    In der Schule gab es bei uns nur so dünne Holzreifen, die habe ich ungut in Erinnerung.

    • Gitte Härter

      ja, diese Holzreifen haben sich auch bei mir unschön ins Hirn gebrannt!

      Ich hab heute gebloggt, wie ich lerne. Dass das Hirn so schön mithilft, motiviert voll. Und: man braucht fürs meiste gar keine Puste, Kraft oder Flexibilität – vielleicht probierst dus mal aus? 🙂

  2. Jetzt traue ich mich im Sportstudio auch mal! Es sieht immer so einfach und schön aus, dass ich bisher ganz ehrfürchtig war… Dankeschön für für’s Mutmachen.
    Schöne Herbsttage, Andrea

  3. Kellner-Lewandowsky, Marion

    Liebe Gitte,

    toller Artikel und ein inspirierendes Video.
    Ich kann Deine Freude am Hulahoopen gut nachvollziehen, bin auch vor einiger Zeit wieder darauf gestoßen. Ich mag es auch mit den ganz schweren (2kg) Reifen zu hoopen, das trainiert gut die Körpermitte. Aber das OFF-Body Hoopring kannte ich noch nicht.
    Und die Idee mit dem Reifen selbst bauen ist auch klasse. Vielleicht probiere ich mich mal daran, jetzt an den bald kommenden Herbst- und Wintertagen ;o)
    Liebe Grüße Marion

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